Rund um Sprache

Gesprächsstoff Nr.15

„Krokonil und Tupfentiger“ – eine Geschichte für Buchstabenverwirbler und Wörtererfinder.

Hören-Sehen-Begreifen-Unterscheiden

Manche Kinder haben aus unterschiedlichen Gründen Probleme bei der Unterscheidung ähnlich klingender Laute. K und T sind solche Laute. Sie bereiten Schulanfängern gelegentlich noch Schwierigkeiten.

Das Buch „Krokonil und Tupfentiger“ von Gabriele Hoffmann und Michaela Noll greift diese Thematik auf und sensibilisiert Kinder für die Unterschiedlichkeit der beiden Buchstaben bzw. Laute.

Die Kuschelbuchstaben der Wortbastlerei helfen zusätzlich zum Hören und Sehen im Buch die Buchstaben auch zu fühlen und spielerisch zu begreifen.

Inhalt: In der Geschichte geht es um das kleine /k/ und das kleine /t/, die in einem Buch wohnen. Sie haben nichts miteinander zu tun, bis sie sich eines Tages auf dem neuen Spielplatz treffen. Anfangs verstehen sie sich nicht besonders gut. Doch das soll sich im weiteren Verlauf der Geschichte noch ändern…

Möglichkeit das Buch und die passenden Buchstaben aus der Wortbastlerei zu erleben gibt es bereits am 3. und 4. September 2015. Kinder und Erwachsene sind herzlich eingeladen zur Buchpräsentation mit gemütlichem Ausklang. Nähere Infos dazu gibt es unter Termine.

Wir freuen uns auf viele große und kleine Buchstabenverwirbler und Wörtererfinder!

 

 

 

Voraussetzungen für den Spracherwerb

Von der Geburt bis zum Erlernen der Schrift muss der kleine Mensch viel lernen.

Die erste Stufe ist, dass der Säugling die Welt rund um sich wahrnimmt und versteht. Das Baby sieht Dinge, greift sie später auch an und nimmt sie in den Mund. Es fühlt, schmeckt, riecht und sieht. Es begreift die Umwelt mit allen Sinnen. Es beginnt auch, sich mit Geräuschen und Gesten auszudrücken,spricht aber noch nicht.

Das Übersetzen der Erfahrungen und Erlebnisse des Kindes in die jeweilige Umgebungssprache ist die nächste Stufe.  Hier lernt das Kind allein durch Zuhören und Nachahmen die Wörter zu den Dingen und Tätigkeiten. Und auch wenn es selbstverständlich erscheint, erwähne ich es hier an dieser Stelle. Das Kind braucht Personen, die mit Geduld und Liebe immer wieder Dinge benennen und dem Kind Rückmeldung über seine sprachlichen Produktionen geben. Das Kind kennt in dieser Phase noch lange keine Schrift.

Erst auf einer dritten Stufe lernt das Kind die Symbole zur Sprache, nämlich die Schrift.

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PC, Konsole und Co.

Es darf beim Thema Sprachentwicklung und Schriftspracherwerb sowie beim Thema Spielen nicht außer Acht gelassen werden, dass Kinder heute in einer Umgebung aufwachsen, die von neuen Medien geprägt ist. Von klein auf kennen Kinder in den meisten Familien Fernseher, Computer und auch andere technische Geräte wie Smartphones, Tablets oder MP3-Player. Daher werden Kinder auch früh mit diesen Geräten konfrontiert und es wird auch immer früher die Neugierde geweckt, selbst diese Geräte zu nutzen. Der Anblick von ganz jungen Kindern, die vorm Fernseher sitzen oder mühelos ein Smartphone bedienen, ist nicht mehr ungewöhnlich. Es gibt mittlerweile auch schon für die Kleinsten ein großes Angebot an Fernsehprogrammen, Filmen und Spielen für alle möglichen elektronischen Geräte .

Natürlich muss der Umgang mit diesen Medien dem Entwicklungsstand der Kinder entsprechen. Eine zeitliche Eingrenzung der Nutzung genauso wie die Überprüfung der inhaltlichen Eignung eines Mediums sind unerlässlich.

Computer und Konsolen stellen einen sehr hohen Motivationsfaktor für Kinder dar. Diese Motivation sollte meiner Meinung nach genutzt werden. Computer und Konsolenspiele können wie Bücher in den Alltag eingebunden werden. Genauso wie mit Vorschul-Kindern Bilderbücher angesehen werden, kann mit ihnen ein PC-Spiel oder ein Konsolenspiel gemeinsam erlebt werden. Im Idealfall wird das im Spiel Gesehene und Erlebte anschließend auch aufgegriffen, darüber gesprochen, etwas nachgespielt oder damit etwas Neues erfunden und weitergeführt.

So gesehen ist also jedes Spiel abgesehen von den konkreten Spielinhalten zur Sprachförderung geeignet, wenn es als Anreiz zu einem Gespräch dient und dazu, Kontakt miteinander aufzunehmen. Ein gemeinsames Gesprächsthema zu haben, sich für die Interessen des Kindes zu interessieren und miteinander darüber zu reden ist auch ein sehr wichtiger Teil der Sprachentwicklung.

Ebenso interessant ist es, Kinder beim gemeinsamen Spiel an der Konsole zu beobachten. Ältere Kinder erklären jüngeren etwas, sie besprechen Strategien oder teilen einfach die Freude am Gesehenen und Tun.

Abgesehen von den allgemeinen Möglichkeiten des Einbeziehens von neuen Medien in den Alltag gibt es natürlich Programme und Spiele, die speziell für die sprachliche Förderung geeignet sind.

Phonologische Bewusstheit

Die phonologische Bewusstheit ist das Wissen um die Bausteine unserer Sprache. Diese Bausteine sind die verschiedenen Laute, die zu Silben, Wörtern und diese dann weiter zu Sätzen und Texten zusammengefügt werden.

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Phonologische Bewusstheit  ist eine wichtige Voraussetzung für das erfolgreiche Erlernen von Lesen und Schreiben. Spiele, die sich mit phonologischen Fähigkeiten beschäftigen, eigenen sich besonders für Kinder im Vorschulalter aber auch noch während der ersten Klasse parallel zum Erlernen von Lesen und Schreiben.

Bei der phonologischen Bewusstheit im weiteren Sinn geht es um das Zerlegen und Erkennen größerer Einheiten (Silben, Reime), bei der phonologischen Bewusstheit im engeren Sinn um die kleinsten Einheiten der Sprache, die Laute und Phoneme.

Bei den Spielen können unterschiedliche Aufgaben gestellt werden, die den Kindern Einsicht in die phonologischen Gegebenheiten der Sprache vermitteln.

  • Wörter werden in kleinere Einheiten zerlegt. (Analysieren bzw. Segmentieren)

z.B. Wörter durch Klatschen in Silben zerlegen: SCHO-KO-LA-DE

  • Bestimmte Laute werden in einem Wort gesucht. (Identifizieren)

z.B. „Welches Wort beginnt genauso wie AFFE?“

  • Wörter werden aus Einheiten zusammengesetzt (Synthetisieren)

z.B. Wörter aus Silben zusammensetzen. KRO-KO-DIL

  • Laute oder Silben werden vertauscht oder weggelassen (Manipulieren)

z.B. Aus WOLLE wird WELLE -> O wird ausgetauscht durch E

 

Viele Fachleute meinen, dass für ein Training der phonologischen Bewusstheit  vornehmlich die Aufgaben geeignet sind, in denen Kinder Wörter zerlegen und selbst Teile erkennen müssen.

Wenn Sie Spieletipps zur phonologischen Bewusstheit ansehen wollen, dann klicken Sie hier.